Das obere Aostatal und seine Schlösser

Arvier, Avise, Aymavilles, Introd, La Salle, Morgex, Saint-Pierre, Sarre, Villeneuve

Besichtigungsregeln

Wie: mit dem Auto.
Empfohlene Dauer: ein Tag.
Beste Jahreszeit: das ganze Jahr über.
Länge: ca. 38 km.

Eine Route, um die Burgen und Schlösser des oberen Aostatals zu entdecken.

Das Aostatal ist berühmt für seine vielen Burgen und Schlösser, die von einer besonders reichen und intensiven Geschichte zeugen.
Diese Route beginnt in der Ortschaft Sarre, die ungefähr 5 km von Aosta entfernt an der Straße nach Courmayeur liegt. Hier ragt ein Schloss empor, das im Jahr 1869 von den Savoyen gekauft und als Anwesen für die königliche Jagd im Aostatal genutzt wurde. Besonders interessant ist der Trophäensaal, den hunderte Geweihe von Gämsen und Steinböcken zieren. Das Schloss kann das ganze Jahr über besichtigt werden.
Unser Weg führt uns auf der Staatsstraße ein kurzes Stück zurück, um dann die Straße Richtung Cogne zu nehmen. In Aymavilles kann man (nur von außen) das wunderschöne Schloss bewundern, das sich aus einem viereckigen Zentralgebäude und vier zylindrischen Ecktürmen zusammensetzt.
Rund 3 km von der Ortschaft Aymavilles entfernt macht man dann einen Zwischenstopp in Pont d’Aël, um die römische Aquäduktbrücke aus dem Jahr 3 v. Chr. zu besichtigen. Diese kühne Brücke, die in einem einzigen Bogen und in 52 Metern Höhe über den Bach führt, gilt dank ihrer Isolierung als eines der am besten erhaltenen römischen Bauwerke des Aostatals.

Bei Saint-Pierre steht auf beiden Seiten der Schnellstraße in Richtung Monte Bianco ein Schloss: auf der einen Seite das Schloss Saint-Pierre, auf der anderen das Schloss Sarriod de la Tour.
Das Schloss Saint-Pierre, das sich von allen anderen Burgen und Schlössern des Aostatals unterscheidet und auf einer felsigen Anhöhe liegt, wirkt wie aus dem Märchen und schafft zusammen mit dem hübschen romanischen Glockenturm der darunter liegenden kleinen Kirche ein überaus malerisches Bild. Das ursprüngliche Gebäude, das auf das Jahr 1191 zurückgeht, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts fast vollständig rekonstruiert und befindet sich heute im Besitz der Gemeinde Saint-Pierre. Seit 1975 befindet sich hier das Naturgeschichtliche Museum der Société de la Flore Valdôtaine, das im Jahr 1905 gegründet und im Jahr 1985 zum Regionalmuseum für Naturwissenschaften umgewandelt wurde (Flora, Fauna und Mineralien aus dem Aostatal). Das Schloss wird gerade renoviert.
Gleich in der Nähe steht das Schloss der Adelsfamilie Sarriod de la Tour (1393), in dem heute Ausstellungen organisiert werden; dieses Schloss, das sich bis Beginn des 21. Jahrhunderts im Besitz der gleichnamigen Familie befand, umfasst mehrere Gebäude, die von einer Schlossmauer umfasst werden und eine besonders charakteristische architektonische Unregelmäßigkeit zum Ausdruck bringen.

Wenn man dem Flusslauf der Dora Baltea folgt, gelangt man in die Ortschaft Villeneuve, die sich hier an den Fels schmiegt. Davor liegt eine eindrucksvolle Anhöhe, auf der sich der zylindrische Turm der Burg Châtel-Argent erhebt. Dahinter sind die Burgmauer und die kleine Burgkapelle zu sehen. Etwas unterhalb die wunderschöne Kirche Santa Maria, die seit dem 12. Jahrhundert belegt ist, bestimmt aber schon in früherer Zeit errichtet wurde, wie das Vorhandensein von Mauerwerk aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. beweist.

Die Gemeinde Introd liegt rund 14 km von Aosta entfernt, und zwar auf einer Anhöhe, die das Tal der Dora Baltea in 880 m Höhe überragt. Die wunderschöne Burg aus dem 13. Jahrhundert weist eine einzigartige mehreckige, fast abgerundete Form auf, die sie von allen anderen Schlössern und Burgen des Aostatals unterscheidet (kann in den Sommermonaten besichtigt werden); einen Besuch wert ist auch das anliegende Landhaus Ola, das als eines der bedeutendsten Beispiele für den ländlichen Baustil des 15. Jahrhunderts im Aostatal gilt.
In der Ortschaft Les Combes, die von Papst Johannes Paul II. mehrmals für seinen Ferienaufenthalt gewählt wurde, beginnen verschiedene Wanderwege.

In Arvier kann man von außen die wunderschöne Burg La Mothe bewundern. Die Burgfassade wird von zweibogigen Fenstern mit Spiegelgewölbe geziert; empfohlen wird auch ein Besuch des Herrenhauses Maison de Mosse, das zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert vom Herrengeschlecht d’Avise an der römischen Straße entlang errichtet wurde und zur Zeit als Ausstellungsort dient.

Der Weg führt auf der Staatsstraße weiter zur alten Ortschaft Avise, die während der Römerzeit als strategisch wichtiger Punkt an der Handelsstraße nach Gallien diente. Hier finden sich einige der eindrucksvollsten Bauwerke des Oberen Aostatals: Im Ortszentrum, nahe der Pfarrkirche Saint-Brice und etwas vor dem Überhang zum Fluss Dora, steht das Schloss Blonay, dessen imposanter quadratischer Turm auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Ebenfalls in der Nähe der Pfarrkirche befindet sich die Burg von Avise, die im späten 15. Jahrhundert errichtet wurde und in ihrem Inneren noch heute kostbare Beispiele für die hölzerne Inneneinrichtung und die steinernen Architekturelemente aufweist. In Panoramaposition etwas oberhalb des Dorfes schließlich die Überreste des alten Burg von Cré.

Ebenfalls im Ortsteil Runaz di Avise befindet sich die Schlucht Pierre Taillée, eine die Dora überragende steile Felsenschlucht, mit der es den Römern gelungen ist, einen direkten Durchgang zum Kleinen-Sankt-Bernhard-Pass zu graben; aufgrund des hohen Erdrutschrisikos kann man sich diesem spektakulären Beispiel für antiken Straßenbau leider nicht nähern.

Nachdem man die Brücke von Equilivaz überquert hat, erreicht man die Gemeinde La Salle. Dieser wunderschöne Ort des oberen Aostatals liegt auf einer sonnigen Moränenterrasse mit herrlicher Aussicht. Interessant ist die Fraktion Derby, die mit ihren mittelalterlichen Herrenhäusern überrascht, die an der Hauptstraße der Ortschaft hervorschauen. Sobald man dann in die Nähe des Hauptorts gelangt, fällt der Blick unausweichlich auf den schlanken zylindrischen Schlossturm von Châtelard. Von dort oben überragt dieses Schloss das gesamte Tal (es befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden).

Nach wenigen Kilometern gelangt man dann nach Morgex. Der hübsche historische Ortskern umfasst auch die Befestigungsanlage Tour de l’Archet (10. – 11. Jahrhundert): Das Schloss besteht aus mehreren imposanten Gebäuden, die sich an allen vier Seiten an den antiksten Turm schmiegen. Mit seinen 9 Metern Breite und den mehr als 2,5 m dicken Mauern stellt dieser Turm ein wahrlich ausgewöhnliches Bauwerk dar, das übrigens vor dem Jahr 1000 datiert wird. Besuchern steht der Gebäudekomplex offen, wobei einige Infotafeln im Erdgeschoss von der abwechslungsreichen Geschichte des Gebäudes erzählen. Der hohe und massive quadratische Turm, der kürzlich renoviert wurde, beherbergt außerdem die Stiftung „Natalino Sapegno“, die sich den Studien und der Erforschung der modernen und zeitgenössischen europäischen Literatur widmet.

 
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