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Valsavarenche - Das Dorf Nex

Diese Architektur ist das Ergebnis einer “sanften Restaurierung” und ein beispielhaftes historisches Beweisstück
Lage
167 km von Annecy, 77 km von Chamonix, 153 km von Genf, 30 km von Aosta.
Architektonische Themen
Auf einem Moränenkamm liegend und einst wichtiges Getreideanbaugebiet, beherrschen das Dorf Nex und das in unmittelbarer Nähe liegende Dorf Tignet die Talebene der Dora in Valsavarenche. Die erhöhte Lage war eine Sicherheitsmaßnahme gegen Lawinen und Überschwemmungsgefahr durch die Gebirgsbäche. Der Ortsname “Nex” weist darauf hin, dass in der feuchten Mulde neben der Zufahrtsstraße der Hanf zur Mazeration gelagert wurde. Dieses kleine Dorf wurde in den siebziger Jahren nach einem Projekt des Architekten Franco Binel und unter der Berücksichtigung des ursprünglichen “Kanevas” komplett restauriert. Noch heute ist es eines der gelungensten Beispiele “sanfter Restaurierung” einer traditionellen Siedlung
des Aostatals, obwohl heute sämtliche Gebäude zu touristischen Zwecken verwendet werden. Der Baustil in Nex unterscheidet sich von dem der Häuser des Hauptorts Dégioz oder der anderen Dörfer des Gemeindebezirks. Hier gibt es in der Tat noch zahlreiche, aus dem 15. und 17. Jahrhundert stammende Getreidespeicher aus Holz für die Garben und das Korn.  Ein kleines Steinhaus erinnert daran, dass im frühen Mittelalter die Bauernhäuser in Valsavaranche aus einzelnen kleinen Gebäuden bestanden, welche dem Getreideanbau an den Hängen und dem täglichen Leben in dieser Höhenlage dienten. Dies verleiht dem Dorf Nex seine besondere Bedeutung hinsichtlich der architektonischen Beweislieferung einer mittlerweile in Vergessenheit geratenen Lebensweise. Am Eingang zum Tal Valsavaranche liegt die Ortschaft Rovenaud mit der interessanten Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die
den Heiligen San Defendente und Santa Margherita geweiht ist. Rovenaud ist außerdem der Geburtsort von Émile Chanoux, dem Oberhaupt der Aostataler Widerstandsbewegung, der von den Faschisten ermordet wurde und dessen Ideen stark zur Unabhängigkeit der Region beigetragen haben. In der Dorfmitte liegt der Platz mit einem Brunnen aus dem 19. Jahrhundert und ringsum reihen sich die Bäckerei, das Milchgeschäft und die Schule, während gleich hinter den Getreidespeichern, große, vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert gebaute Steinhäuser, an die einstige wichtige Rolle der Notare Carlin erinnern.