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Nationalpark Gran Paradiso

Der erste italienische Nationalpark, eine Berglandschaft von bemerkenswertem Reichtum

Der erste italienische Nationalpark erstreckt sich in einem Territorium hoch oben in den Bergen, zwischen den 800m der Talsohle und den 4.061m des Gran Paradisoüber eine Gesamtfläche von 70.000 Hektar.

Die Ereignisse des Naturparks sind auf historische Weise eng mit den verhängten Schutzmaßnahmen für die Steinböcke verbunden: Schon im Jahr 1856 erklärte König Viktor Emanuel II diese Berge zum Königlichen Jagdrevier und bewahrte diese Tierart somit vor dem Aussterben; zudem gründete er einen spezialisierten Wachkorps und ließ ein Wegesystem zum Schutz der Fauna anordnen,das unter anderem als Ausflugsroute diente. Im Jahr 1920 stiftete der König dem italienischen Staat dieses Naturreservat, der es in einen Naturschutzpark verwandeln sollte; 2 Jahre später wurde der Nationalpark des Gran Paradiso gegründet.

In den Wäldern der Talsohle befinden sich Lärchen, Rottannen, Zirben und Weiß-Kiefern. Emporsteigend machen die Bäume zuerst den Almweiden Platz, die sich im Frühling durch ihre Reichhaltigkeit an Blumen kennzeichnen, dann den   Felsen und d en Gletschern.

Von den seltenen Blumen des Parks sollten erwähnt werden: die Potentilla pensylvanica der trockenen Weiden oberhalb der 1.300 m; die Astragalus alopecurus , die ausschließlich im Aostatal wächst; die Aethionema thomasianum ; die Linnaea borealis , eine nacheiszeitliche Pflanzenart (in den Nadelwäldern); die Paradisea liliastrum , eine wundervolle weiße Lilie, die dem historischen Giardino Paradisia seinen “Namen verlieh”.

Zu der reichen Fauna des Parks zählen zahlreiche typische Arten aus den Berglandschaften. Es ist kaum möglich, Ausflüge zu unternehmen, ohne die Tiere, die sich teilweise ganz in der Nähe aufhalten, wahrzunehmen. Der Steinbock, das Symbol des Parks, ist einigermaßen zutraulich und demnach häufig auf den Weiden anzutreffen; die männlichen Tiere (lange gebogene Hörner) leben in kleinen Gruppen, während die weiblichen Tiere (kürzere Hörner) bei ihren Kleinen bleiben.
Auch die Gämse ist stark vertreten, doch weitaus scheuer und schwieriger zu beobachten.

Ein weiterer Protagonist ist das Murmeltier, ein sympathischer Nager, der lange Tunnel gräbt, um vor den Gefahren zu flüchten und sich auf den Winterschlaf vorzubereiten.
Zu den Vogelarten zählen die Raubvögel, wie der Steinadler, der bei seinem Flug über das weitläufige Jagd gebiet beobachtet werden kann, sowie zahlreiche kleine Spatzenarten.
Erst in jüngster Zeit wurden folgende Tierarten in den Park eingegliedert: der Bartgeier, ein großer Geier, der im Jahr 1912 in diesem Gebiet ausstarb und durch ein internationales Projektwieder in die Berglandschafteneingeführt wurde, und der Luchs, ein wunderschöner, kleiner Räuber.

Der Park beherbergt drei jeweils in den Dörfern Cogne, Valsavarenche und Rhêmes-Notre-Dame befindliche Besichtigungszentren, in denen die Besucher die Möglichkeit bekommen, zu jeder Jahreszeit und mithilfe von didaktischen Vertiefungen, die unterschiedlichen naturalistischen Aspekte des Naturschutzgebietes zu erkunden.