Tal des Großen Sankt Bernhard und Valpelline: authentische Beispiele ländlicher Traditionen

Allein, Bionaz, Étroubles, Gignod, Ollomont, Oyace, Saint-Oyen, Saint-Rhémy-En-Bosses, Valpelline

Besichtigungsregeln

Wie: im Auto.
Empfohlene Dauer: zwei Tage.
Beste Jahreszeit: das ganze Jahr über (Juli und August wegen der Feste und des Besuchs der Almen).
Länge: etwa 38 km.

Das Tal des Großen Sankt Bernhard und das Valpellina warten mit willkommenen Überraschungen für Genießer traditioneller Gastronomie auf. Dazu zählen bemerkenswerte Käselager des Almkäses Fontina, die in einer alten Kupfermine in den Fels gehauen wurden, ein Rohschinken mit geschützter Ursprungsbezeichnung DOP und zahlreiche Feste.

Wurst
In der Gemeinde Saint-Rhémy-en-Bosses, genauer gesagt im Dörfchen Saint-Rhémy, kann man das Reifungslager des Jambon de Bosses des hier hergestellten Rohschinkens besichtigen, der über die geschützte Ursprungsbezeichnung DOP verfügt. Sein aromatischer Geschmack ist den besonderen klimatischen Bedingungen vor Ort und dem speziellen Reifungsverfahren zu verdanken. Verkostungen und Käufe kann man auch im Geschäft “De Bosses depuis 1397 Jambon” in Bosses tätigen.

Käse
Neben dem Almkäse Fontina DOP, der im gesamten Aostatal hergestellt wird, produzieren die lokalen Käsereien auch Frischkäse aus Kuhmilch, wie den Seras und den Reblec ), ebenso wie länger gereifte Käsesorten (Toma), Ziegenkäse und andere Milchprodukte.
Die Käsereien können nach Voranmeldung besichtigt werden und verfügen über eigene Verkaufsstellen. Im Sommer ist auch ein Besuch auf der Alm möglich.

Das Besucherzentrum der Erzeugergenossenschaft für Milch und Fontina von Valpelline hat verschiedene Ausstellungsbereiche mit Informationstafeln und Objekten im Zusammenhang mit der Geschichte und der Erzeugung des Almkäses Fontina eingerichtet. In einem Videoraum kann man sich über die Produktionsphasen des Fontina DOP informieren, zusätzlich gibt es einen Multimedia-Bereich und eine Verkaufsstelle für Käse, Butter, Fontina und Fondue.
Neben dem Besucherzentrum liegt der in den Felsen gehauene Tunnel zur Reifung des Fontina. Das Käselager kann zu den festen Besuchszeiten besichtigt werden und wurde in ehemaligen Kupferminen untergebracht. Den Besucher erwartet ein eindrucksvolles Spektakel mit hunderten Käselaiben, die alle manuell behandelt werden.

Besonderheiten
Die mittelalterlichen Orte Etroubles und Saint-Rhémy liegen an der alten Römerstraße, die von der Stadt Aosta hinauf auf den Großen Sankt Bernhard (Alpis Poenina) in Richtung Wallis und Nordeuropa führt. Bis ins Mittelalter blieb die Via Francigena die einzige große Verbindungsstraße zwischen Italien und England. Sie wurde zu Fuß, hoch zu Ross oder auf Mauleseln bewältigt, um vom Pass des Großen Sankt Bernhard nach Rom zu gelangen, und führte direkt durch diese zwei Ortschaften.

In Etroubles gibt es seit dem Jahr 2010 einen neuen Betrieb für nicht-industriell gefertigte Produkte: Les Bières du Grand-Saint-Bernard. Hier wird naturtrübes und nicht pasteurisiertes Bier erzeugt, und der Betrieb kann nach Voranmeldung besichtigt werden.
Seit jeher wird in Valpelline die so genannte Seupa à la Vapelenentse zubereitet, eine schmackhafte Suppe mit den Grundzutaten Brot und Fontina. Man ist hier sehr stolz auf die Erfindung dieses Rezepts und führt die alte Tradition weiter. Bei der Zubereitung der Seupa à la Vapelenentse werden nach wie vor alte kulinarische Gepflogenheiten beibehalten, und sie verfügt über die Qualitätsauszeichnung Denominazione Comunale di Origine. Nur wenn sie aus Valpelline kommt, ist es die “echte Seupa”!

Veranstaltungen

Den Sommer über finden in den Ortschaften dieser zwei Täler Feste mit Bezug auf lokale Erzeugnisse und Rezepte statt.
Anfang Juli steht unbestritten der Rohschinken Vallée D’Aoste Jambon de Bosses im Mittelpunkt, und zwar im Rahmen der zugehörigen Veranstaltung Sagra.
Bei der Sagra della Seupa wird die Gemeinde Valpelline am letzten Juliwochenende zu Ehren des Schutzpatrons festlich geschmückt. Das Fest zieht jährlich viele begeisterte Besucher und Touristen an, welche die leckere Spezialität kosten möchten.
Anfang August veranstaltet Saint-Oyen die so genannte Sagra del Jambon alla brace, eines traditionellen Erzeugnisses aus dem Aostatal. Der Schinken wird am Spieß in enormen Pfannen über Tannen-, Lärchen- und Föhren-, Erlen- und Eschenholz aus dem Oberen Tal des Großen St. Bernhard gebraten, und die Schwarte erhält dank einer Mischung aus Weißwein und Honig ihre charakteristische goldene Färbung.
Mitte August wird in Oyace die Festa della Fontina begangen, wo man den DOP-Käse pur oder als Zutat unterschiedlichster Köstlichkeiten genießen kann.
Ebenfalls im August gibt es in Gignod die Fëta di Teteun im Zeichen der charakteristischen lokalen Wurstsorte, der Teteun. Sie wird aus Kuheutern zubereitet und in einem speziellen Verfahren gewürzt, das ihr eine ganz besondere Konsistenz und einen exquisiten Geschmack verleiht.
In Allein kann man anlässlich der Fëta di Trifolle (Kartoffelfest) Spezialitäten mit der Kartoffel als Grundzutat probieren. Allen voran ist hier die so genannte Sorsa di Allein zu nennen, die als erster Gang gereicht wird und zusätzlich zu Kartoffeln Brühe, Bohnen, grüne Bohnen, Karotten, Birnen, Äpfel und Schwarzbrot enthält.

 
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