Die im Jahr 1663 in panoramischer Lage oberhalb von Gressoney-Saint-Jean errichtete Kapelle St. Josef – auch Ermitage genannt – gehört zu den eindrucksvollsten Sakralbauten des Tals.
Sie wurde vom Pfarrer Sebastiano Menabrea erbaut und später durch ein kleines Haus für Einsiedler ergänzt, was ihr ihren Namen gab. Der letzte Einsiedler lebte hier bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
Als einzige Kapelle der Region ist sie auch auf den Fresken des Schlosses Vallaise in Arnad dargestellt, was ihre historische Bedeutung im Landschaftsbild von Gressoney unterstreicht.
Sie zeichnet sich durch hochwertige Fresken, feine Stuckreliefs und charakteristische Reliquienschränke aus. Die Architektur, insbesondere die Fassade mit Serliana-Fenster, diente als Vorbild für weitere Kapellen im Tal.
Nach einer langen Phase des Verfalls wurde sie ab 2016 umfassend restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Seit 2025 ist sie dank des Systems „Cultura a porte aperte“ zugänglich.
Inmitten der Natur gelegen und über einen mittelschweren Weg erreichbar, ist sie ein stimmungsvoller Ort für alle, die Geschichte, Kunst und Spiritualität entdecken möchten.