Routenbeschreibung

Das Mont‑Blanc‑Massiv ist das berühmteste Hochgebirge der Alpen und zugleich das höchste in Westeuropa. Es umfasst 40 Gipfel über 4.000 Meter sowie ein ausgedehntes Gebiet, das kaum unter 3.000 Meter Höhe absinkt.

Der Hauptgipfel ist der Mont Blanc (4.810 m), der die Grenze zwischen Italien und Frankreich bildet, an der Schnittstelle zwischen den Grajischen und den Penninischen Alpen. Die italienische Seite erhebt sich als steile Wand, während der französische Hang deutlich sanfter abfällt. Geologisch besteht der Mont Blanc aus einem Granitkern, der von metamorphen Gesteinen (Gneis, Glimmerschiefer und kalkhaltige Schiefer) umgeben ist. Oberhalb von 3.000 Metern ist das Massiv von einer dauerhaften Schnee‑ und Eiskappe bedeckt, die bedeutende Gletscher wie den Miage‑ und den Brenva‑Gletscher auf der italienischen Seite speist. Der Col du Géant (3.359 m) ist der niedrigste, zugleich aber auch der schwierigste Übergang.

Vom Massiv gehen mächtige Gletscher aus, die sich von über 4.000 Metern bis auf 1.300–1.400 Meter Höhe hinabziehen und Längen von bis zu 20 Kilometern erreichen. Auf der italienischen Seite ragt besonders die Aiguille Noire de Peuterey (3.773 m) hervor, eine elegante Felsnadel, entlang deren Grat eine der berühmtesten und anspruchsvollsten Kletterrouten verläuft: der Peutereygrat, der über eine Strecke von rund 6 Kilometern zum Gipfel des Mont Blanc führt.

Weitere berühmte Gipfel des Massivs:

  • Dent du Géant / Dente del Gigante (4.013 m), eine 160 Meter hohe Felsspitze, die 1882 erstmals unter Verwendung künstlicher Kletterhilfen bestiegen wurde.
  • Grandes Jorasses, mit sechs Hauptgipfeln, von denen fünf über 4.000 Meter hoch sind, sowie einem etwa einen Kilometer langen Gipfelgrat.
  • Mont Dolent (3.820 m), ein pyramidenförmiger Gipfel, der den Schnittpunkt der Grenzen von Frankreich, Italien und der Schweiz markiert.
  • Mont Maudit (4.468 m), nordöstlicher Satellit des Mont Blanc, etwa 1,8 Kilometer vom Hauptgipfel entfernt.

Gruppen, aus denen das Mont‑Blanc‑Massiv besteht

Glaciers, Trélatête, Miage, Bionnassay, Goûter, Italienische Pfeiler, Mont Maudit, Mont Blanc du Tacul, Tour Ronde sowie der Mont Blanc selbst, der den eigentlichen Gipfel und die darunterliegenden Wände umfasst.
Dieser Bereich ist auf natürliche Weise durch die hohen Pässe begrenzt, an denen die vom Massiv ausstrahlenden Grate ihren Ursprung haben. Er wird umschlossen vom Col du Dôme, Col de la Brenva, Col Moore, Col de Peuterey, Col Eccles, Col Emile Rey sowie vom Sattel oberhalb der Punta Pfann. Zum Gebiet gehören außerdem der Mont Blanc de Courmayeur, der Grand Pilier d’Angle und der Picco Luigi Amedeo.

Die Eroberung des Gipfels

Die ersten Besteigungsversuche reichen bis ins Jahr 1741 zurück, als die Engländer Pococke und Windham den Gletscher Mer de Glace erforschten. 1761 umrundete der Schweizer Naturforscher Horace‑Bénédict de Saussure den Mont Blanc und setzte eine Belohnung für die erste erfolgreiche Besteigung aus. Am 8. August 1786 gelang Jacques Balmat und Michel Paccard der erste Gipfelerfolg von der französischen Seite. Die erste Besteigung von der italienischen Seite wurde 1865 vom Engländer Moore mit drei Gefährten durchgeführt.

Moderne Infrastrukturen

Im Jahr 1957 wurde die erste Seilbahn von La Palud zur Punta Helbronner (3.462 m) und zur Aiguille du Midi fertiggestellt und verband erstmals Italien direkt mit Chamonix.
Heute folgt die moderne Skyway Monte Bianco derselben Linie und bietet modernste Technik sowie spektakuläre Ausblicke.
Am 16. Juli 1965 wurde der Mont‑Blanc‑Straßentunnel (11,6 km) eröffnet, der seither eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Italien und Frankreich darstellt.

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