Das untere Lystal: von Pont-Saint-Martin bis Fontainemore

Fontainemore, Lillianes, Perloz, Pont-Saint-Martin

Besichtigungsregeln

Wie: mit dem Auto.
Empfohlene Dauer: ein Tag.
Beste Jahreszeit: das ganze Jahr über.
Länge: ca. 18 km.

Eine Entdeckungsreise durch das untere Lystal, einstiges Herrschaftsgebiet des Adelsgeschlechts Vallaise zwischen dem Piemont und dem Aostatal.

In Pont-Saint-Martin, der ersten Ortschaft am Eingang zum Aostatal, sollte man sich auf jeden Fall die Römische Brücke aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. ansehen, die 36,65 Meter lang und 5,82 Meter breit ist. Im Februar wird hier ein historischer Karneval abgehalten, bei dem die antiken Legenden von der „Teufelsbrücke“ und der „Lys-Nymphe“ sowie die historischen Tatsachen zu neuem Leben erweckt werden, nach denen Salasser und Römer hier um die regionalen Herrschaftsansprüche kämpften. Wenn man Richtung Perloz hochfährt, erreicht man den alten Friedhof von Fontaney und die angeschlossene Kapelle, die Baron Pierre de Vallaise Ende des 16. Jahrhunderts als verkleinerte Kopie der Kathedrale von Aosta errichten ließ. An der Straße steht auch das elegante Schloss Baraing, das Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil errichtet und kürzlich restauriert wurde. Das Schloss dient heute als Sitz der Berggemeinschaft. Wenn man seinen Weg für rund einen Kilometer fortsetzt, kann man nach dem Rastplatz Bousc-daré die Überreste der Burg Pont-Saint-Martin bestaunen, die auch als Castellaccio oder Castello Vecchio bekannt ist. Der ursprüngliche Kern (Donjon) soll auf das 11. Jahrhundert zurückgehen, während zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert Teile hinzugefügt und abgeändert wurden.

Wenn man die Regionalstraße nach Gressoney-Saint-Jean weiterfährt (Fraktion Ivéry, Fraktion Holay), erreicht man das Naturschutzgebiet Holay-Teich.

In Perloz kann man die Marien-Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-Garde aus dem 12. Jahrhundert besichtigen. Im Dorf hingegen finden sich einige interessanten Herrenhäuser, die zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert errichtet wurden: so zum Beispiel das Schloss Vallaise und die Burg Charles. Ein wenig außerhalb des Hauptorts, in der Fraktion Tour d’Héréraz, erhebt sich der Turm von Héréraz, der heute als letzter Überrest vom Bestehen der gleichnamigen Burg zeugt und der Pfarrkirche des Dorfs heute als Glockenturm dient. In den Fraktionen, die mit dem Auto nicht erreicht werden können, finden sich einige interessante Beispiele für ländliche Architektur (Rascards), Mühlen, Kapellen und Brücken. Mitte Juli findet in Perloz ein Backwettbewerb für Roggenbrot statt, der unter dem Namen Fehta dou pan ner (Schwarzbrotfest) bekannt ist.

In Perloz kann man außerdem besuchen:

  • das Museum der Widerstandsbewegung – Das Museum ist der III. Lys-Brigade gewidmet und im Gebäude der Lys-Brigade im Hauptort untergebracht. Das Museum zeigt eine Sammlung von Erinnerungsstücken und verschiedenen Dokumenten der Partisanengruppe, die durch Schenkungen und sorgfältige historische Forschung entstanden ist. Der Maultierpfad, der die Dörfer Plan de Brun und Marine verbindet, wurde während des Zweiten Weltkriegs von den Nazifaschisten genutzt, die hier nach den Partisanen der Lys-Brigade suchten und ihre wiederholten Vergeltungsaktionen ausführten. Der Pfad trägt heute den Namen „Chemin de la liberté“ (Weg der Freiheit). Die Besichtigung kann bei der Gemeinde unter der Telefonnummer 0039 (0)125 807974 reserviert werden (von Montag bis Freitag telefonisch erreichbar).
  • die Ausstellung Schule der Vergangenheit, die im Dachgeschoss des alten Schulgebäudes von Marine eingerichtet wurde und Einrichtungsgegenstände sowie verschiedene Gebrauchsgegenstände und Unterlagen aus einem Klassenzimmer des frühen 20. Jahrhunderts zeigt. Reservierung im Rathaus, Tel. 0039 (0)125 807974 (von Montag bis Freitag telefonisch erreichbar).
  • die Gletschermühle oder Moulin des Glacières, eine alte, renovierte Mühle, in der man die antike Zerkleinerungsanlage und die Brotbackstube besichtigen kann. Reservierung im Rathaus, Tel. 0039 (0)125 807974 (von Montag bis Freitag telefonisch erreichbar).
  • den mittelschwierigen Wanderweg „Le Chemin de la Vallaise“, der in rund einer Stunde von der Ortschaft Perloz zum Héréraz-Turm führt. Entlang diesem Wanderweg kann man Bauwerke bestaunen, anhand derer die Geschichte der damaligen Bevölkerung sowie ihrer Herren von Vallaise besonders gut deutlich wird.
  • den Wanderweg der sogenannten „Grehe“ (oder „Gra“) – Perloz und Lillianes: Auf diesem Weg kann man 8 sogenannte „Grehe“ (oder „Gra“ im Lystal) bewundern. Diese zweistöckigen Gebäude wurden einst zur Trocknung der Kastanien verwendet und befanden sich teils direkt in den Dörfern, teils am Dorfrand. Die Kastanienhäuser, die besichtigt werden können, befinden sich in 3 Fraktionen von Perloz (Marine, Miocha und Derbellé) und in ebenso vielen Fraktionen von Lillianes. Besichtigungen im Inneren der Gebäude müssen im Rathaus reserviert werden, Tel. 0039 (0) 125 807974 (von Montag bis Freitag telefonisch erreichbar).

Von Perloz führt eine Straße hoch ins Gressoney-Tal.
Zuallererst erreicht man die Gemeinde Lillianes. Hier befindet sich eine wunderschöne Steinbrücke aus dem späten 18. Jahrhundert, die als einzige Brücke des Aostatals über vier Bögen verfügt und das Ortszentrum mit der Pfarrkirche von San Rocco verbindet. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert über den Resten einer früheren Kapelle aus dem späten 15. Jahrhundert errichtet. Im Ortszentrum finden sich ein alter Brunnen und ein Waschtrog, die sich in eine Bogenstruktur aus grobem Mauerwerk einfügen.

Wenn man seinen Weg auf der Regionalstraße fortsetzt, gelangt man nach Fontainemore. Es gibt zwei Vermutungen über den Ursprung dieses Ortsnamens: Die erste besagt, dass die Ortsbezeichnung auf einen antiken Brunnen mit dem Namen „Fontaine de Saint-Maur“ zurückzuführen ist; eine andere Version hingegen erzählt davon, dass das Wasser hier einst von Arsen verunreinigt wurde und der Brunnen deshalb als „Fontaine de la mort“ (Todesbrunnen) bekannt war. Wenn man das Dorf betrifft, fällt der Blick sofort auf die Spätmittelalterliche Brücke, die den Bach Lys in einem einzigen, 22 Meter langen Bogen überquert. Interessant ist auch die Pfarrkirche Sant’Antonio Abate, wobei vor allem das mit kostbaren Schnitzereien verzierte Holztor am Eingang, der Chorraum mit seiner halbrunden Apsis aus dem 15. Jahrhundert und das Tonnengewölbe mit dem Wappen des Adelsgeschlechts Vallaise zu erwähnen ist; im Ort befindet sich auch das Besucherzentrum des Naturschutzgebiets Mont-Mars, das übrigens das größte Naturschutzgebiet der Region darstellt. Ins Gemeindegebiet von Fontainemore fällt auch die natürliche Abgrenzung zwischen der lateinischen (französisch-provenzalischen) und der germanischen (Walser) Welt: die Schlucht von Guillemore, die das Herrschaftsgebiet der Vallaise von dem von Issime und Gressoney trennte. Diese Schlucht zeigt einen tiefen und engen Spalt im Gestein, in den der Fluss Lys in die Tiefe stürzt: Ein Damm sammelt die hier abgezweigten Wassermengen und führt sie zur zum Kraftwerk von Pont-Saint-Martin. Von der über den Fluss führenden Brücke aus kann man die Schlucht in all ihrer Herrlichkeit bestaunen.

In Fontainemore:

  • Das Naturschutzgebiet Mont-Mars zeichnet sich durch seine extrem naturbelassene subalpine und alpine Landschaft aus, in der sich Wälder und Weiden, Almwiesen, Felsblöcke und Felswände sowie Seen und Feuchtgebiete abwechseln. Im Besucherzentrum des Naturschutzgebiets Mont-Mars, das sich im Hauptort befindet, kann man die Ausstellung „Die Fauna des Naturschutzgebiets Mont-Mars und die Prozession von Oropa” besuchen. Außerdem kann man hier geführte Wanderungen ins Naturschutzgebiet selbst reservieren (Tel. 0039 (0)125 832700 oder 0039 (0)125 832121 (die zweite Nummer ist von Montag bis Freitag erreichbar).
  • Ein Besuch im Ökomuseum des Mittelgebirges – Ortschaft Pra dou Sas – ein wunderschöner Ort im Mittelgebirge, vor den Toren des Naturschutzgebiets Mont-Mars. Die Gebäude hier wurde teilweise selbst zum Museum erklärt. Nähere Informationen und Reservierung beim Besucherzentrum: Tel. 0039 (0)125 832700 oder 0039 (0)125 832121 (die zweite Nummer ist von Montag bis Freitag erreichbar).
  • Ein Besuch im “Geologischen Garten:/de/datenbank/8/botanische-garten-und-steingarten/fontainemore/felsengarten/1352, der sich an den Ufern des Lys befindet. Der Garten besteht aus neun Stationen, die neun unterschiedliche Gesteinsarten zeigen. Während man die Steine beobachten und berühren kann, geben zweisprachige Infoschilder nähere Auskunft. Informationen: Besucherzentrum (Tel. 0039 (0)125 832700) oder Rathaus 0039 (0)125 832121 (die zweite Nummer ist von Montag bis Freitag erreichbar).
  • Besuch der Mühle und der Dorfbackstube von Farettaz. Die Mühle wird mit einem kleinen Wasserbecken heute zu didaktischen Zwecken betrieben, während in der Backstube (nach Restaurierungsarbeiten wieder perfekt funktionstüchtig) die Werkzeuge aus der Vergangenheit aufbewahrt werden. Für Informationen und Reservierungen: Besucherzentrum, Tel. 0039 (0) 125 832700, oder Rathaus, Tel. 0039 (0)125 832121 (die zweite Nummer ist von Montag bis Freitag erreichbar).

 
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