Felsengletscher und Schlucht des Fond

Rhêmes-Notre-Dame


Routenbeschreibung

Der Talkopf des Val di Rhêmes weist auf einem relativ kleinen Teil des Geländes eine Reihe von geologisch und geomorphologischem interessanten Stellen von außerordentlichem Wert auf: eine im ganzen Aostatal einzigartige Dolomitenlandschaft, das Zeugnis der Einwirkung der Gletscher aus dem Quartär in Form eines Kreises rund um den Gletscher und eine spektakuläre Schlucht, die der Bergbach Dora von Rhêmes eingeschnitten hat, und die etwas oberhalb der Berghütte Benevolo liegt.

Am Talkopf des Val di Rhêmes öffnet sich eine Szenerie, die durch eine Umgebung aus Dolomitenkalkstein gekennzeichnet ist und die im ganzen Aostatal einzigartig ist. Sie bildet die Kulisse für geomorphologische Elemente, die zum periglazialen Kreis gehören, und die sowohl durch rezente wie auch durch frühere Gletschereinwirkung, sowie durch die Erosion in Verbindung mit dem Wasser entstanden sind. Unter diesen Formen wecken zwei besonderes Interesse: der Felsengletscher und die Schlucht des Fond.
Der Felsengletscher, auch als “rock glacier” bezeichnet, ist die am besten sichtbare Form, die zum periglazialen Kreis gehört. Er präsentiertsich als eine breite Gerölllawine, die von der Berghütte Benevolo aus gesehen nach Osten hin entlang des Westhangs der Punta Paletta liegt. Die Besonderheit dieses Felsengletschers ist mit der Tatsache verbunden, dass er an seiner Vorderseite von einer Moräne überragt wird, die zur Endphase der Vergletscherungen des Quartärs gehört. Diese werden passender als “spätglazial” bezeichnet, da sie dem Zeitraum von vor 18.000 bis 11.500 Jahren zuzurechnen sind.
Die Schlucht des Fond stellt dagegen ein prächtiges Beispiel der Flusserosion dar. Diese Form verdankt ihren hohen landschaftlichen Wert der Art des Felsgesteins, in das sie eingeschnitten ist. Dieses besteht aus den schönsten Oberflächenablagerungen eines Meeres mit geringer Tiefe in der Region. Dieser Abschnitt, der teilweise innerhalb der Grenzen des Nationalparks des Gran Paradiso liegt, erweist sich deshalb vom geologischen und geomorphologischen Gesichtspunkt her als besonders reichhaltig und bietet zahllose Anreize, verschiedene Aspekte der Erdgeschichte mit Händen zu berühren.

Anreise
Wenn man auf der SS 26 von Aosta kommt, biegt man nach der Siedlung Villeneuve in die Abzweigung zum Val die Rhêmes ein. Man durchfährt das ganze Tal (etwa 20 Km) bis Thumel, das hinter Rhêmes-Notre-Dame liegt. Kurz vor dem Ende der Asphaltstraße kann man auf dem großen Stellplatz parken und von hier zu Fuß weiter gehen. Von hier folgt man den Angaben im “Wegverlauf” zur geologischen Sehenswürdigkeit.

TECHNISCHE HINWEISE
Höhe: 1.879 m – 2650 m Seehöhe
Gesamtdauer der Besichtigung: 1 Tag
Empfohlene Jahreszeit: Sommer, Herbst.
Gehzeit:
Ortschaft Thumel – Berghütte Benevolo: 1 Std. 30 Min.
Berghütte Benevolo – Felsengletscher: 45 Minuten
Berghütte Benevolo – Schlucht des Fond: 40 Minuten
Berghütte Benevolo – Felsengletscher – Schlucht des Fond: 1 Std. 30 Min.

Die Zeitangaben berücksichtigen ausschließlich die Gehzeiten zum Erreichen der geologischen Fundstellen, die Zeiten für die Betrachtung sind nicht eingerechnet.

Wegverlauf

Nachdem man das Auto stehen gelassen hat, geht man von Thumel etwa 200 m auf der Asphaltstraße weiter und folgt dann dem Wegweiser zur Berghütte Benevolo. Von der Berghütte Benevolo aus kann man den Wegverlauf je nach Art der Besichtigung einrichten, die man vor hat. Tatsächlich kann man entweder nur den Felsengletscher, oder nur die Schlucht, oder beides besichtigen. Um von der Berghütte zum Felsengletscher zu gelangen, begibt man sich zum rechten Berghang in Richtung der Spitzen Lavassey und Paletta hin und folgt dem Wanderweg 13B (Markierungen auf einem Felsen zum Col Basei und zum Col Nivoletta) bis nach Tramail de Basei, wo sich der Weg gabelt. Hier folgt man dem steil ansteigenden Weg. Nachdem man diesen Abschnitt überwunden hat, geht man etwa 50 m weiter und verlässt dann den Weg, um etwa 5 Minuten direkt über die Grashänge zu gehen, bis man an der Vorderseite des Felsengletschers anlangt. Von hier beginnt der der Weg zur Besichtigung der geologischen Fundstelle, auf dem zwei vorzugsweise Punkte hervorgehoben werden können: der eine befindet sich unmittelbar auf dem Rücken im Norden des Felsengletschers, der andere auf dem nordwestlichen Rücken, der an der kleinen Begrenzungsebene liegt, die sich zwischen der spätglazialen Moräne und dem Felsengletscher gebildet hat. Wenn man weiter gehen und die Schlucht des Fond besichtigen will, gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn man den Felsengletscher nicht überqueren will, muss man zum Tramail de Basei zurückkehren und dort wieder den Weg 13 B nehmen, der entlang des ursprünglichen glazialen Talgrunds verläuft. Überquert man dagegen den Felsengletscher, steigt man auf den Grashängen in Richtung zur Schlucht ab. Der Aussichtspunkt auf die Schlucht besteht aus einer tafelförmigen Felsformation am rechten Ufer der Schlucht. Wer dagegen den Felsengletscher in seiner Gesamtheit besichtigen will, kann dem Weg folgen, der auf der gegenüber liegenden Hangseite zum Golettaz-See führt.

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