Kirchen

 

Die Kirchen des Aostatals wurden einer Vielzahl von Umarbeitungen unterzogen, um sich den wandelnden Bedürfnissen und den Veränderungen des Geschmacks anzupassen. Sie zeugen von verschiedenen kunsthistorischen Epochen, wobei sich Jahrhunderte und Stile in ihnen überlagern.

 

An den Grundfesten des Christentums

Überreste frühchristlicher Gebäude (5.-6. Jahrhundert) bestätigen die frühzeitige Verbreitung des Christentums im Aostatals. In Aosta können Sie die Fundamente der Kirche San Lorenzo sowie der ersten Kathedrale besichtigen.

 

Die Romanik: Das Frühmittelalter in der Landschaft

Im 11. Jahrhundert machen der heilige Bernhard und der heilige Anselm das Aostatal zu einem für ganz Europa wichtigen religiösen Zentrum entlang der Frankenstraße Via Francigena.

Die beiden religiösen Meisterwerke der mittelalterlichen Stadt Aosta nehmen Form an: die Kathedrale und die Stiftskirche von Sankt Ursus. Kirchen, Glockentürme und ländliche Kapellen werden zu einem sichtbaren und weit verbreiteten Zeichen des Mittelalters in der Landschaft des Aostatals.

 

Architektur und Fresken: die Kunst des Betens

Die sakrale Architektur des Spätmittelalters findet sich im gesamten Aostatal wieder: im neu gestalteten Kreuzgang der Kathedrale sowie der erneuerten Fassade von Sankt Ursus in Aosta; in der Pfarrkirche von Challant-Saint-Victor; in der einfachen Kapelle mit gotischem Glockenturm in Moron; in der spätgotischen Pfarrkirche von Antey-Saint-André; in der Marienkirche von Villeneuve; im Glockenturm der Pfarrkirche des heiligen Mauritius in Sarre.

Zuweilen erkennt man das Mittelalter an den Details: Dies gilt beispielsweise für die Krypta und die Apsiden der Kirche von Saint-Vincent, für das Sandsteingewölbe aus dem 15. Jahrhundert in Sankt Ursus in Derby, für das gotische Gewölbe und das Portal aus dem späten 15. Jahrhundert in der Kirche von Sankt Martin in Arnad sowie die vielen kostbaren Details der imposanten Stiftskirche von Saint-Gilles in Verrès.

Nicht versäumen sollten Sie diese mit Fresken gezierten Kirchen: Sant'Ilario in Gignod (die Gemälde aus dem 15. Jahrhundert zählen zu den schönsten des Aostatals); die Madeleine-Kapelle in Gressan, eine einfache, romanische ländliche Kirche mit wunderschönen Malereien aus dem 15. Jahrhundert an der Fassade und den Innenwänden; die kleine Kirche Saint-Solutor in Fleuran (Issogne), deren Fassade von Fresken aus dem Jahr 1424 geziert wird.

 

Renaissance und Barock: heilige Verzierungen

Zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert lässt Georges de Challant, Prior von Sankt Ursus und größer Förderer des Humanismus, neben der Kirche das elegante Konvent von Sankt Ursus errichten, ein prunkvolles und repräsentatives Anwesen, das von den zeitgenössischen öffentlichen Gebäuden der Regionen Piemont und Lombardei beeinflusst wurde.

Von ihrer reinsten Seite zeigt sich die Renaissance im Aostatal an der eleganten Terrakotta-Fassade der Kathedrale, die im Jahr 1526 fertiggestellt wurde.

Mit der Verlagerung der Residenz der Herzöge von Savoyen von Chambéry nach Turin im Jahr 1563 wird das Aostatal zu einer Grenzprovinz, auch in kunsthistorischem Sinne. In der Zwischenzeit macht die Gegenreformation eine Erneuerung der Kirchen notwendig. Aufgrund ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage hat das Aostatal jedoch nicht die Möglichkeit, neue Gebäude zu errichten. Die Erneuerungen beschränken sich auf die Innenräume, wo Fresken und die wunderschönen barocken Altäre hinzugefügt werden.

Das 17. Jahrhundert ist von einem schlichteren Barock geprägt, das sich immer noch von der Einfachheit der Gotik sowie der Strenge der Renaissance beeinflusst zeigt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts, dem goldenen Zeitalter des Rokoko, erleben hingegen dekorative Motive, vergoldete und bemalte Statuen sowie gewundene Säulen ihre große Blütezeit. Als Beispiele für den dekorativen Eifer der damaligen Künstler gelten die 182 Altarelemente und das Fresko vom Jüngsten Gericht an der Fassade der Pfarrkirche von Issime.

 

Einsiedeleien und Wallfahrtskirchen: Hoch oben findet die Seele Zuflucht

Einsiedeleien und Wallfahrtskirchen, die an einsamen Orten entlang der Gebirgshänge errichtet werden, zeugen von einer Rückkehr zu den traditionelleren Formen der örtlichen Kultur.

Die Wallfahrtskirchen, die einem einfachen und rührenden Volksglauben gewidmet sind, beherbergen die Eindrücke einer volkstümlichen Verehrung: Die zufällige Auffindung von Marienstatuen und Votivgaben bilden den Grundstein für viele Wallfahrtskirchen im Aostatal.

 

Notre-Dame-de-la-Guérison

Notre-Dame-de-la-Guérison

Die Wallfahrtskirche liegt wunderschön an der Straße ins Alpental Val Veny und hebt sich vor dem Hintergrund des Brenva-Gletschers ab.

Wallfahrtskirche von Plout

Wallfahrtskirche von Plout

Die alte Wallfahrtskirche von Plout, die den Namen „Notre Dame du Tout Pouvoir“ trägt, gilt als beliebtes Pilgerziel und ist im volkstümlichen Glauben fest verankert.

Wallfahrtskirche von Perloz

Wallfahrtskirche von Perloz

Die Marienwallfahrtskirche in Perloz geht wahrscheinlich auf das 12. Jahrhundert zurück. Das Kreuzrippengewölbe im Inneren wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Gänze mit Fresken geziert.

Wallfahrtskirche von Machaby

Wallfahrtskirche von Machaby

Die Wallfahrtskirche Maria Schnee befindet sich inmitten von Kastanienwäldern auf einer Höhe von 696 Metern im Tal von Machaby (Arnad). 

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